Intermediale Lektionen - Ian Bogost

Bild von Rolf Nohr
17.03.2011 - 19:00
17.03.2011 - 22:00
Etc/GMT+1

Intermediale Lektionen:  Film, Theater, Spiele
19/11/2010 –– 17/3/2011

Der tönende Farbfilm verwirklichte im 20. Jahrhundert den neuzeitlichen Traum vom Gesamtkunstwerk, indem er nahezu alle bekannten Kunstformen kombinierte: Theater und Literatur lieferten dramatische und epische Vorlagen; die Bildenden Künste sorgten für Kulissen, Kostüme, Masken und prägten zudem die Bildkomposition; die Schauspielkunst konstituierte die filmische Handlung; Musik deutete das Geschehen emotional aus; von der Fotografie stammte schließlich die perspektivisch ausgerichtete und raumzeitlich selektierende Aufnahmetechnik. All diese Einzelkünste verschmolzen im analogen Spielfilm und schufen vereint etwas gänzliches Neues: die Filmkunst.
Gegenwärtig erfährt die enge Wechselwirkung zwischen dem Film und den anderen Künsten noch eine nachhaltigeSteigerung. Denn die Trennung der Künste hatte ihren Grund wesentlich in der Unterschiedlichkeit ihrer analogen Materialien, Mittel und Speichermedien. Die Digitalisierung hebt diese Trennung zunehmend auf. Die radikale Verbilligung und Vereinfachung filmischer Produktionsmittel erlaubt es zudem immer mehr Menschen, sich audiovisuell auszudrücken, Millionen von Amateuren, aber eben auch Künstlern aller Sparten. Der digitale Film steht so im Zentrum der Vielzahl neuer intermedialer Praktiken, von interaktiver Multimediakunst über pervasive Spiele bis zu den Varianten von Remix und Mashup. Die Vortrags- und Filmreihe INTERMEDIALE LEKTIONEN fragt nach Geschichte und Gegenwart des kreativen Austauschs zwischen den Künsten. Im Vordergrund steht dabei zunächst der wechselseitige Einfluss zwischen Film, Theater und digitalen Spielen. Gemeinsam mit dem Schauspiel Köln bitten wir die Theater- und Filmemacher Wim Vandekeybus und Katie Mitchell zum Gespräch über die vielfältigen Verflechtungen von Theater und Film in ihrer Arbeit. Medienwissenschaftler und Game-Designer sind in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab eingeladen, einen Dialog von praktischen und theoretischen  Perspektiven zu eröffnen und die medienästhetische Entwicklung von den Anfängen des Gesamtkunstwerks Film bis zu seiner Digitalisierung zu beleuchten.

Abendvortag von Ian Bogost

Ian Bogost promovierte über Videogame-Kritik und ist heute einer der renommiertesten amerikanischen Spieleforscher und Spieledesigner.  Er lehrt als Professor für digitale Medien an der Georgia Tech University und ist Mitbegründer des Videogame-Studios Persuasive Games, das erfolgreich Spiele zu sozialen und politischen Fragen produziert. In Forschung und Lehre interpretiert er digitale Spiele als kulturelle Artefakte im Kontext audiovisueller Ausdrucksformen. Zuletzt veröffentlichte er u.a. die Bücher „Unit Operations: An Approach to Videogame Criticism“ (MIT Press 2006), „Persuasive Games: The Expressive Power of Videogames (MIT Press 2007) und „Newsgames: Journalism at Play“ (MIT Press 2010).

Intermediale Lektionen
ist ein Programm des Filmforum NRW e.V.
In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Köln
und dem Cologne Game Lab
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturamt
der Stadt Köln und die MedienStiftung Kultur
Eintrittspreis:
5,00 EUR (Vorträge und Filmprogramm)

Filmforum im Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
www.filmforumnrw.de

Mehr Infos unter: http://www.filmforumnrw.de/FF_IL_Flyer.pdf